Projekt „Trau dich! MitReden. MitMachen. MitSicherheit.“ für Entwicklung partizipativer Strukturen im Schutzkonzept unserer Schule

Letztes Schuljahr besuchte eine 5. Klasse das Theaterstück von „Trau dich!“, um mehr über Rechte, Grenzen und Gefühle zu lernen.

„‚Trau Dich!‘ ist das Motto der ‚Bundesweiten Initiative zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs‘, die sich an acht- bis zwölfjährige Mädchen und Jungen, Eltern und pädagogische Fachkräfte richtet. Die Initiative wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gemeinsam mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umgesetzt.“ (Quelle: Trau Dich! Ein Ratgeber für Eltern)

Nun durfte unsere Schule, als eine von bislang nur insgesamt sechs Schulen in Deutschland, an einem weiterführenden Projekt teilnehmen. Das Projekt „Trau dich! MitReden. MitMachen. MitSicherheit.“ hat zum Ziel partizipative Strukturen innerhalb der Schule im Schutzkonzept zu implementieren, um allen in der Schulgemeinschaft eine Stimme zu geben. Denn die Schüler:innen sind die Experten für ihr ganz persönliches Erleben in der Schule. Nur mit ihrer Perspektive können wir feststellen, ob ein Schutzkonzept bereits hilft oder wo die Schulgemeinschaft nachsteuern kann.

Das Projekt bestand aus drei Modulen und Voraussetzung war der Besuch des Theaterstücks.

Modul 1: Hier besuchten ausgewählte Fachkräfte der Schule eine Fortbildung, die von Wildwasser e.V. (unabhängige, professionelle Fachberatungsstelle bei sexuellem Missbrauch) durchgeführt worden ist. Der Fokus der Fortbildung lag auf der Fragestellung, wie Schülerinnen und Schüler als Experten für ihre Perspektive auf Schule stärker für die Entwicklung des Schutzkonzeptes eingebunden werden können. Deshalb besuchten einige Kolleg:innen diese Fortbildung, die in der Klasse tätig sind, die das Theaterstück besucht haben und/oder eine besondere Funktion in der Schule inne haben (Schulleitung, Schulsozialarbeit, Sonderpädagogik, Kinderschutzteam […]).

Modul 2: Kurze Zeit später konnte wieder die Schulklasse aktiv werden. Dafür reisten sechs besonders geschulte Fachpersonen an. An vier Stationen konnten die Kinder auf unterschiedliche Weise ihre Wünsche und Ideen für unser Schutzkonzept äußern. Dabei war eine Station z.B. eine Potenzial- und Risikoanalyse unserer Schulgebäude und des Schulgeländes. Mit farbigen Punkten konnten sie auf einem Grundriss markieren, wo sie sich wohl fühlen und wo vielleicht nicht.

Modul 3: Bei dem letzten Modul wurde versucht alle Erkenntnisse aus den vorläufigen Tagen zusammenzuführen. Dabei waren außer einigen pädagogischen Fachkräften auch Vertreter:innen aus der Gesamtelternvertretung und der Gesamtschülervertretung. Am Ende wurde festgehalten, welche nächsten Schritte gegangen werden könnten, um das Schutzkonzept partizipativer zu leben.

Fest steht schon jetzt, dass die Arbeit an einem Schutzkonzept nie fertig sein wird, sondern einer steten Evaluation und Reflektion bedarf, wir uns aber auf diesen Weg gemacht haben – als Schulgemeinschaft.

Wir bedanken uns bei allen, die dieses Projekt möglich machen:
– dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
– dem Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
– den durchführenden Personen, die mit Rat und Achtsamkeit für uns da waren
– dem Erziehenden-Team, welche besonders bei Modul 1 viele Vertretungen übernommen haben
– den Kolleg:innen, die ebenso vertreten haben oder flexibel auf Raumänderungen und Termine reagiert haben
– den Teilnehmenden bei den Modulen
– der Schulleitung und das Planungsbüro, die uns die Teilnahme ermöglicht haben (mit allen organisatorischen Herausforderungen)

Links:
Wildwasser e.V.
https://wildwasser-berlin.de/

Trau Dich!
https://www.trau-dich.de/

Kinderschutzteam der Evangelischen Schule Steglitz
https://www.ev-schule-steglitz.de/kinderschutz/

Schulsozialarbeit der Evangelischen Schule Steglitz
https://www.ev-schule-steglitz.de/schulsozialarbeit/

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